Die schoenste Khmer-Pagode im Mekong Delta

Chùa Pitu Khôsa Răngsey (vietnamesisch: Chùa Viễn Quang) wurde im Jahre 1948 in der Stadt Cần Thơ von Bauern der Minderheit der Khmer errichtet. Damals befanden sich auf dem Gelaende nur wenige Gebaeude mit Strohdaechern. Waehrend des Befreiungskampfes gegen die Franzosen und vor allem waehrend des Krieges gegen die Amerikaner wurde die Pagode zu einem Zufluchtsort von mehreren Hundert jungen Maennern aus Saigon und dem gesamten Delta, um der Einberufung in die Saigoner Marionettenarmee zu entgehen. Gleichzeitig entwickelte sie sich zu einem Stuetzpunkt der Nationalen Befreiungsfront. Waehrend der Tết-Offensive 1968 wurde die Pagode bei einem Hubschrauberangriff der Amerikaner durch Raketen fast komplett zerstoert. Der damalige Vorsteher der Pagode Lâm Navany musste fliehen und wurde 1970 erschossen, als er versuchte, nach Kambodscha zu entkommen.

Nach der Befreiung lief der Wiederaufbau zunaechst nur schleppend an. Erst ab 1996, als Lý Hùng zum Abt ernannt wurde, kam es zu umfangreichen Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten. Lý Hùng, der seine Ausbildung in jungen Jahren in der Schule der Pagode erhielt, ist Mitglied des Zentralrates der Buddhistischen Kirche Vietnams.

Nach nun mehr vierjaehriger Bauzeit wurde am vergangenen Sonnabend feierlich der neue Haupttempel der Pagode eingeweiht. Das dreistoekige Gebaeude ist 50 Meter hoch und besitzt eine Gesamtflaeche von 800qm. Die Baukosten von 12 Milliarden VNĐ (rund 45.000 Euro) wurden komplett von Buddhisten aus dem In- und Ausland aufgebracht.

Im Erdgeschoss befindet sich die Haupthalle der Pagode, in der auch die Kinder der Khmer aus der Umgebung in der kambodschanischen Sprache unterrichtet werden. In der zweiten Etage werden die Zeremonien abgehalten, die dritte dient der Meditation. Die reichhaltigen Verzierungen an den Saeulen sind im Stil von Angkor gehalten. Die 12 Holzfenster wurden von bekannten Kuenstlern mit Reliefs gestaltet, die buddhistische Legenden darstellen. Im Obergeschoss sind 16 Gemaelde zu sehen, die das Leben Buddhas von seiner Geburt bis zu seinem Eintritt in das Nirwana darstellen.

In der Pagode leben derzeit 45 Moenche und Novizen, die den Theravada-Buddhismus praktizieren und studieren sowie soziale Projekte fuer arme Familien im Mekong Delta unterstuetzen. Es ist vorgesehen, die Anzahl der Moenche und Studenten in der naechsten Zeit auf etwa 100 zu erhoehen.

Viele Gruesse
Cathrin

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Unser Wochenende im Ba Bể-Nationalpark

Bevor wir morgen Nachmittag nach Siem Reap fliegen, noch ein kleiner Bericht ueber unseren Wochenendausflug. Den Nationalpark mit seinem Herzstueck, dem groessten natuerlichen Suesswassersee Vietnams, hatte ich vor einiger Zeit schon einmal vorgestellt: Vườn quốc gia Ba Bể – Der Nationalpark Ba Bể. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann ich mich diesmal also kurz fassen.

Die rund 250 Kilometer lange Fahrt zum Nationalpark dauert mit dem Auto ungefaehr acht Stunden. Die Nationalstrasse Nr.3 fuehrt von Hanoi aus ziemlich genau nach Norden ueber Thái Nguyên und Bắc Kạn, beides Staedte, wo man ohne trifftigen Grund nicht unbedingt laenger verweilen muss. Uebernachtet haben wir in dem Dorf Pác Ngòi am suedlichen Ende des Sees. Dort wurde am Jahre 2007 ein Projekt fuer Oekotourismus ins Leben gerufen. Etwa 40 traditionelle Pfahlhaeuser der Nationalen Minderheit der Tày, die in dieser Region mehr als die Haelfte der Bevoelkerung ausmachen, stehen direkt an einem Berghang. Ein idealer Ort, um ein bischen zu entspannen. Die Unterkunft mitten in der Natur war einfach, aber sauber und ordentlich und sehr preiswert. In Pác Ngòi kann man auch die Spezialitaeten der regionalen Kueche wie gegrilltes Ziegenfleisch und frischen Fisch aus dem See geniessen und ein bische den Alltag und die Kultur der Tày kennenlernen.

Der Sonnabend begann mit einer mehrstuendigen Bootsfahrt auf dem See und auf dem Nang-Fluss bei, ich formuliere es mal vorsichtig, nicht ganz optimalem Wetter und immer wieder Nieselregen. Dementsprechend wenig war auf dem See los und selbst mir war es zu kuehl zum Schwimmen. Neben der imposanten Kulisse der den See umgebenden bis zu 1.500 Meter hohen Berge war der Hoehepunkt dieser Fahrt die 300 Meter lange Puông-Hoehle, waehrend der ein Stueck dahinter befindliche Wasserfall Đầu Đẳng nicht so beeindrueckend war.

Am Nachmittag entschlossen wir uns trotz des schlechten Wetters zu einer Wanderung durch den reizvollen, uralten Wald, wo nach einer Legende frueher das Boese gewohnt haben soll, bis zur Hoehle Động Hua Mạ. Der Eingang der Hoehle liegt auf einem Gipfel etwa 350 Meter ueber dem Meeresspiegel. Es geht ziemlich steil nach unten, bevor man die eigentliche Hoehle erreicht. Sie ist etwa 700 Meter lang und 40 bis 50 Meter hoch. Sie enthaelt eine Menge spektakulaere Tropfsteine. Man kann seine Fantasie spielen lassen und immer wieder neue Formen entdecken. Wirklich toll. Ich danke meinem Stammleser Joerg (DLJHS) fuer den Tipp.

Die Rueckfahrt am Sonntag wurde dann fuer mich ein ziemlicher Stress. Je naeher wir Hanoi kamen, umso voller wurden die Strassen. Wir gerieten dann auch tatsaechlich in den Sonntagnachmittagsstau. Ich mag es schon nicht, wenn ich mit meiner Honda in einen Stau gerate. Aber mit einem PKW ist man ja noch viel unbeweglicher. Doch schliesslich sind wir dann doch noch gut zu Hause angekommen.

Viele Gruesse
Cathrin

Morgen fliegen Lan, Misaki und ich nach Siem Reap, wo wir Sopheak treffen werden. Am Sonntag geht es dann leider schon wieder zurueck nach Hanoi, da Misaki bereits am Montag Abend nach Hause fliegen muss.

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Kajak-Tour in der Halong Bucht

Ein sehr schoenes Wochenende liegt hinter uns. Nachdem wir am Freitag am Nachmittag mit Bus und Faehre direkt auf die Insel Cát Bà gefahren sind, erwartete mich jedoch zunaechst ein kleiner Schock. Irgendein wichtiger Mensch, der scheinbar eine Menge zu sagen hat, ist auf die bloedsinnge Idee gekommen, alle Ausflugsboote weiss anstreichen zu lassen. Die meisten sind jetzt komplett weiss, andere nur zum Teil weiss lackiert. Es ist sicher auch eine Sache der Gewoehnung, ich finde aber, in beiden Faellen sieht es nicht besonders schoen aus. Irgendwie geht damit auch die Romantik einer Bootstour komplett verloren. Nur ganz vereinzelt waren noch Boote mit dem alten braunen Anstrich unterwegs.

Gestern liessen wir uns gleich nach dem Fruehstueck zum nahe gelegenen schwimmenden Dorf uebersetzen. Dort kann man Kayaks ausleihen. Im zur Ausleihstation gehoerenden Shop wird alles verkauft, was zu einem kleinen oder groesseren Picknick auf einer der unbewohnten Inseln noetig ist. Wer etwas vergessen hat, kann sich auch bei den fliegenden Haendlern, die ueberall in Booten unterwegs sind, oder bei den Fischern verpflegen.

Der Vorteil einer individuellen Tour besteht vor allem darin, dass man den Touristenmassen mehr oder weniger aus dem Weg gehen kann. Kleine idyllische Straende oder romantische Hoehlendurchfahrten sind eben nur mit einem kleinen Boot zu erreichen. Allerdings war Lan am Anfang eine gewisse Verunsicherung deutlich anzumerken. Sie ist keine besonders gute Schwimmerin und hat zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Kajak gesessen. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich einigermassen sicher fuehlte. Misaki dagegen war ganz in ihrem Element, ist sie doch zu Hause oft mit Kayak oder Surfbrett auf dem Scharmuetzelsee unterwegs.

Auf diese Art bekommt man natuerlich auch in acht Stunden nur einen kleinen Teil der riesigen Bucht zu sehen. Wir liessen es auch ziemlich ruhig angehen, denn schliesslich wollten wir keinen Rekord im Wasserwandern aufstellen. Auch Muskelkater in den Armen war nicht eingeplant. So machten wir dann auch oefter mal eine laengere Pause. Obwohl die Sonne nur selten rauskam, war es fuer Misaki und mich nicht zu kalt zum Schwimmen. Lan war aber nicht zu bewegen, mit ins Wasser zu kommen. Lạnh quá (sehr kalt) war alles, was sie dazu zu sagen hatte. So vergingen die vielen Stunden, die wir am oder auf dem Wasser verbrachten, wie im Fluge.

Heute frueh entschlossen wir uns dann kurzfristig, nicht direkt nach Hanoi zurueckzufahren. Um noch ein bischen mehr von der maerchenhaften Landschaft zu sehen, fuhren wir mit einem Touristenboot, nun endlich auch bei Sonnenschein in vier Stunden nach Bãi Cháy (Halong-Stadt) und dann von dort nach dem Mittagessen mit einem Minibus nach Hause.

Viele Gruesse
Cathrin

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Cầu Long Biên – The Long Biên Bridge

Six bridges cross the Red River in the city of Hanoi. The Long Biên Bridge is the oldest of them. It was constructed by the builder of the Eiffel Tower Alexandre Gustave Eiffel. The construction of the bridge began in 1898 and lasted until 1902. More than 3,000 Vietnamese workers were involved in the construction of the bridge, which earlier belonged to the longest bridges in Asia. By the end of French colonial rule it was named after former Governor General and later President of France Paul Doumer bridge.

Today the 1682 meters long and 30 meters wide bridge, on wich the trains still run to the north, is because of their age only approved for pedestrians and mopeds. The traffic is run over the 600 meters Cầu Chương Dương. If you are on the Long Biên Bridge just at the time where it is passed by a train, you can feel the redissolved vibrations.

During the Vietnam War the bridge was strategically important, because the at that time only bridge was constantly bombarded by American planes and damaged, for the first time in 1967. At times, it was defended by 300 anti-aircraft guns and 84 surface to air missiles. The heaviest damage was in May 1972, when Americans employed laser-guided bombs for the first time. All damages were previously resolved by the improvisational skills of the Vietnamese people fairly quickly, but after the attack it took almost a year, to get used again.

Today, only about half of the bridge is preserved in its former structure. Currently, a project with the support of the French Government is underway to restore the bridge, which is indeed a remarkable technical monument, in its original appearance.

Best regards
Cathrin

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Cầu Long Biên – Die Long Biên Bruecke

Sechs Bruecken ueberqueren im Stadtgebiet von Hanoi den Roten Fluss. Die Long Biên Bruecke ist die aelteste von ihnen. Konstruiert wurde sie vom Erbauer des Pariser Eiffelturms Alexandre Gustave Eiffel. Der Bau der Bruecke begann im Jahre 1898 und dauerte bis 1902. Mehr als 3.000 vietnamesische Arbeiter waren an der Errichtung der Bruecke beteiligt, die damals zu den laengsten Bruecken Asiens gehoerte. Bis zum Ende der franzoesischen Kolonialherrschaft hiess sie nach dem ehemaligen Generalgouverneur und spaeteren Praesidenten Frankreichs Paul Doumer Bruecke.

Heute ist die 1.682 Meter lange und 30 Meter breite Bruecke, auf der immer noch die Zuege Richtung Norden verkehren, wegen ihrer Altersschwaeche nur noch fuer Fussgaenger und Mopeds zugelassen. Der Autoverkehr wird ueber die 600 Meter entfernte Cầu Chương Dương gefuehrt. Befindet sich man gerade zu der Zeit auf der Long Biên Bruecke, wo sie von einem Zug passiert wird, spuert man sehr deutlich die dadurch ausgeloesten Vibrationen.

Waehrend des Vietnamkrieges wurde die strategisch wichtige, weil damals einzige, Bruecke immer wieder von amerikanischen Flugzeugen bombardiert und beschaedigt, zum ersten Mal im Jahre 1967. Zeitweise wurde sie von 300 Flakgeschuetzen und 84 Boden-Luft-Raketen verteidigt. Die schwersten Beschaedigungen gab es im Mai 1972, als von den Amis erstmals lasergesteuerte Bomben eingesetzt wurden. Waren zuvor alle Schaeden durch die Improvisationskunst der Vietnamesen recht schnell behoben worden, dauerte es nach diesem Angriff fast ein Jahr, bis die Bruecke wieder genutzt werden konnte.

Heute ist nur noch etwa die Haelfte der Bruecke in seiner damaligen Konstruktion erhalten. Derzeit ist ein Projekt mit Unterstuetzung der franzoesischen Regierung im Gange, um die gesamte Bruecke, die ja ein bemerkenswertes technisches Denkmal ist, in ihrem urspruenglichen Aussehen wiederherzustellen.

Viele Gruesse
Cathrin

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Vịnh Xuân Đài – Die Vergessene Bucht

In der kleinen Provinz Phú Yên an der zentralvietnamesischen Kueste macht kaum ein Tourist Station. Die etwa auf halbem Wege zwischen Quy Nhơn und Nha Trang am Đà Rằng-Fluss gelegene Provinzhauptstadt Tuy Hòa hat auch ausser dem Chăm-Tempel auf dem Berg Nhạn und einem netten kleinen Sandstrand keine weiteren Sehenswuerdigkeiten zu bieten. Im Norden der Provinz, bei der kleinen Stadt Sông Cầu, befindet sich aber mit der Xuân Đài-Bucht ein Kleinod, das trotz seiner reizvollen Landschaft bis heute vom Tourismus komplett unberuehrt geblieben ist. Als wir vor etlichen Jahren in dieser Gegend waren, gab es in Sông Cầu lediglich einige kleine, sehr bescheidene Unterkuenfte und ueberhaupt keine touristische Infrastruktur. Die Einheimischen leben auch heute noch ueberwiegend vom Fischfang und von der Landwirtschaft.

In den naechsten Jahren soll sich das aendern. Im Januar 2011 wurde die 130 Quadratkilometer grosse Bucht auf die nationale Liste des Kulturerbes gesetzt. Es ist geplant, dort besonders den Tourismus fuer Wassersportler zu entwicklen. Mit ihren vielen kleinen Inseln und Inselchen bietet sich die Bucht besonders fuer Kajak-Touren, aber auch zum Windsurfen oder zum Schnorcheln an.

An der fast fuenf Kilometer langen Kueste befinden sich viele kleine, von Felsformationen umgebene unberuehrte Sandstraende. Schroffe Felsen, die einen herrlichen Ausblick auf die Bucht bieten, fallen steil zum kristallklaren blauen Wasser ab. In den Doerfern der Fischer bietet sich die Gelegenheit, frische Meeresfruechte aller Art zu probieren.

Xuân Đài ist der Ort, wo die ersten diplomatischen Kontakte zwischen Vietnam und den USA geknuepft wurden. Im Jahre 1832 ueberreichte dort eine Delegation aus den USA einen Brief von Praesident Andrew Jackson an den vietnamesischen Kaiser Minh Mạng (reg. von 1820-1841). Im April 1945 versuchten die japanischen Seestreitkraefte, in der Bucht eine Marinebasis zu errichten, um das vietnamesische Territorium besser kontrollieren zu koennen. Alliierte Luftstreitkraefte schlugen die Japaner aber zurueck.

Xuân Đài wird auch als die Vergessene Bucht oder die Schlafende Bucht bezeichnet. Nun schein es, als ob sie langsam aus ihrem langen Schlaf erwacht. Zu befuerchten sind allerdings in einem Land, wo der Schutz der Umwelt so gut wie keine Rolle spielt, auch viele negative Auswirkungen.

Viele Gruesse
Cathrin

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Núi Yên Tử – Der Berg Yên Tử

In der Naehe der kleinen Stadt Uông Bí in der Provinz Quảng Ninh im Nordosten Vietnams befindet sich, rund 125 Kilometer von Hanoi entfernt, der Berg Yên Tử, auf dessen Gipfel sich in einer Hoehe von 1.068 Metern ueber dem Meeresspiegel die Chùa Đồng (Đồng-Pagode) befindet. Yên Tử ist seit Jahrhunderten ein buddhistisches Zentrum Vietnams.

Der dritte Koenig der Trần Dynastie (1225-1400), Trần Nhân Tông (1258-1308) verzichtet im Jahre 1293 zugunsten seines Sohnes Trần Anh Tông (1276-1320) auf den Thron, liess sich am Yên Tử nieder und gruendete die buddhistische Sekte Trúc Lâm Yên Tử (Bambuswald-Schule). Er ordnete den Bau von Hunderten religioesen Bauten auf dem Berg an, die als Schule und spaeter fuer ein religioeses Leben dienten. Unter seinen Nachfolgern wurden 800 Pagoden, Schreine und Tuerme errichtet und Yên Tử als buddhistisches Zentrum etabliert.

Heute sind noch 11 Pagoden und Schreine sowie hunderte von Tuermen erhalten. Ein sechs Kilometer langer Pilgerweg fuehrt ueber mehrere Tausend Stufen unter dichtem Laub an einem kleinen Bach vorbei bis auf den Gipfel zur Chùa Đồng. Wenn das Wetter mitspielt, hat man einen herrlichen Ausblick auf die Umgebung, bei ganz klarer Sicht bis zur Halong Bucht. Als Alternative faehrt auch eine Seilbahn bis in 450 Meter Hoehe zur Pagode Hoa Yên, so dass man nicht unbedingt den ganzen Weg zu Fuss laufen muss.

Fuer die vielen Pilger, die besonders zum Hội xuân Yên Tử (Yên Tử Fruehlingsfest), das am 10. Tag des neuen Mondjahres beginnt und bis in den Maerz hinein dauert, den Berg besteigen, ist es aber Ehrensache, den ganzen Weg zu Fuss zurueckzulegen. Ist der Gipfel des Berges in weisse Wolken gehuellt, fuehlt man sich nach dem Aufstieg wie am Tor des Himmels.

Viele Gruesse
Cathrin

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Lễ hội chạy lợn – Das Fest der Rennenden Schweine

In den Tagen und Wochen unmittelbar nach dem Neujahrsfest finden in ganz Vietnam viele lokale Feste und Feierlichkeiten statt. Das Fest der Rennenden Schweine wird jedes Jahr am siebenten Tag des neuen Jahres in Dorf Duyên Yết im Distrikt Phú Xuyên der Hauptstadt Hanoi gefeiert. Es beruht auf einem Ereignis, das vor mehr als 2.000 Jahren stattgefunden haben soll.

Auf dem Weg in eine Schlacht zogen einst Truppen durch das Dorf. Um die Verteidiger der Heimat zu ehren, luden die Vorsteher des Dorfes die Soldaten zu einem Festmahl ein. Der kommandierende General war einverstanden, machte allerdings zur Bedingung, dass die Vorbereitungen sehr schnell gehen mussten. Denn er wollte so schnell als moeglich dem Feind entgegenziehen. So geschah es auch. Ohne Zeit zu verlieren, wurden sofort die Schweine fuer das Festmahl geschlachtet.

Diese Geschehnisse werden heute auf dem Fest nachgespielt. Drei bis fuenf Schweine werden geschlachtet. In Vorbereitung darauf fuettert man sie in den Wochen davor mit Klebreis und Haferschleim und badet sie in Wasser mit duftenden Blaettern. Am Tag des Festes werden die Schweine in einem Umzug rund um das Dorf bis vor das Gemeindehaus getragen. Verstummt dann die Trommel, hat das letzte Stuendlein der Tiere geschlagen. Sie werden schnell getoetet. Die inneren Organe werden herausgenommen, gereinigt und auf einem Tabelett zusammen mit dem Schweinekopf und -schwanz, Fleisch aus der Schulter und Schinken als Opfergabe praesentiert.

In diesem Jahr traten drei Teams von jeweils 21 Personen gegeneinander an. Ihre Aufgaben bestanden darin, das Schwein zu schlachten, zu zerlegen und den Ahnen neun verschiedene Gerichte als Opfer darzubieten. Diese Aufgaben mussten innerhalb weniger Minuten erledigt sein. Leider ist nicht ueberliefert, ob die Schlacht nach dem Festmahl vor 2.000 Jahren siegreich endete oder ob die Truppen nach dem ueppigen Mahl zu faul zum Kaempfen waren und geschlagen wurden. Ich hoffe mal auf das Erstere.

Viele Gruesse
Cathrin

Die Schoenheit der vietnamesischen Frauen

Der Maler und Fotograf Nguyễn Quốc Dũng wurde 1959 in Hanoi geboren. Er absolvierte die Akademie fuer Industrielle Kunst und entwarf zunaechst als Grafiker Briefmarken fuer die vietnamesische Post. Als freischaffender Kuenstler wurde er besonders durch seine Portraets bekannt. Er portraetiert vorzugsweise Frauen und Maedchen aus seiner Heimatstadt Hanoi. Seine Bilder waren in mehreren Ausstellungen in Hanoi und Hồ Chí Minh-Stadt, aber auch in den USA, Frankreich, Japan und Singapur zu sehen.

Am vergangenem Freitag wurde in der Gallerie Tự Do, Hồ Tùng Mậu Nr.53 im Stadtbezirk Nr.1 in Hồ Chí Minh-Stadt eine Ausstellung mit 20 Oelbildern von Nguyễn Quốc Dũng eroeffnet. Die Ausstellung traegt den Titel Giọt xuân (Tropfen des Fruehlings). Die Bilder entstanden alle im Jahre 2010 und zeigen die Schoenheit und Eleganz der vietnamesischen Frauen in ihrer traditionellen Kleidung.

In Hanoi waren diese Bilder leider noch nicht zu sehen. Ich verstehe ja bekanntlich nicht viel von den Techniken der Malerei. Fuer mich sind die Motive einfach nur wunderschoen und auesserst romantisch. Ich koennte mir durchaus vorstellen, einige davon in meinem Arbeitszimmer als Wandschmuck zu haben. Auch die Hobbymalerin Lan ist begeistert. Ich werde sie nachher einmal fragen, ob sie nicht Lust hat, ein paar der Bilder fuer uns zu kopieren. Anhand eines kleinen Fotos wird das aber sicher nicht einfach sein.

Viele Gruesse
Cathrin

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Neujahrsvorbereitungen

Heute frueh ist unser Besuch aus Berlin angekommen. Zusammen mit Lan hatte ich mich schon zu nachtschlafender Zeit auf den Weg gemacht, um meine Mutti und meinen Stiefvater vom Flughafen Nội Bài abzuholen. Da wir ja zu viert schlecht mit meiner Honda fahren konnten, hatte ich mir extra dafuer ein Auto von Bekannten ausgeborgt. In den naechsten zwei Wochen werde ich mich dann also im Blog etwas rar machen und nicht jeden Tag einen Eintrag schreiben. Schliesslich muss ich ja meinen Besuch auch ein bischen betreuen. Wir werden bestimmt auch oefter in der Umgebung von Hanoi unterwegs sein.

Ansonsten laufen die Vorbereitungen fuer das Neujahrsfest auf Hochtouren. Am Montag tritt der Haus- und Kuechengeist Ông Táo seine jaehrliche Reise in den Himmel an, um dem Jadekaiser Bericht zu erstatten. Aus diesem Anlass sind wir bei der Familie von Phượng und Thảo zu einem Festessen eingeladen. Um Ông Táo milde zu stimmen und seinen Bericht guenstig zu beeinflussen, werden ihm natuerlich wieder viele Opfergaben in Form von leckeren Speisen mitgegeben. Den notwenigen Hausputz vor seiner Abreise haben Lan und ich bereits erledigt. Um das Haus in der Abwesenheit von Ông Táo, die genau eine Woche dauern wird, vor boesen Geistern zu schuetzen, werden wir noch in allen Zimmern Straeusse mit Pfirsichblueten aufgestellen und traditionelle Neujahrsbilder aufgehaengen.

Auch in der Woche vor dem Neujahrstag gibt es jede Menge zu tun. In diesen Tagen sind die Maerkte und Geschaefte voll von Menschen, die Speisen und Getraenke, Kleidung und den Neujahrsschmuck fuer das Heim kaufen. Die Klebreiskuchen (Bánh Chưng), ohne die das Neujahrsfest undenkbar ist, werden gekauft oder selbst hergestellt. Und nicht zuletzt muessen auch die beruehmten roten Umschlaege mit dem Lì Xì, dem Gluecksgeld, vorbereitet werden. Auch die Kalligraphen haben wieder viel zu tun.

Am Vorabend des neuen Jahres werden dann die Ahnen symbolisch eingeladen, das Fest im Kreise der Familie zu verbringen. Deshalb kommen auf den Ahnenaltar ganz besondere Koestlichkeiten als Opfergaben. Bei uns werden das verschiede Obstsorten, Klebreiskuchen, ein gekochtes Huhn, leckere Schokolade und andere Suessigkeiten sowie eine Flasche guter Reisschnaps sein. Neben Blumen finden auch noch jede Menge falsche Dollarscheine (sogenanntes Hoellengeld) und Goldbarren Platz auf dem Ahnenaltar. Diese werden nach der Zeremonie verbrannt und sollen den Ahnen im Jenseits ein sorgenfreies Leben ermoeglichen.

Das Jahr des Drachen beginnt dann am 23. Januar. Begruesst wird es, wie jedes neue Jahr, genau um Mitternacht mit einem grossen Feuerwerk.

Viele Gruesse
Cathrin

Cathrin’s Blog: Zwischen Traditionen und Moderne

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