Written by vikihess
Culture, Travel
Jan 31, 2012

… ist nicht unbedingt eine Reise wert. Trotz des sehr kuehlen Schmuddelwetters, wie es zum Neujahrsfest nun einmal fast jedes Jahr vorkommt, haben wir aber bei der Verwandschaft von Phượng und Thảo ein paar schoene Tage verbracht. Das neue Haus ist fertig, so dass auch genug Platz fuer alle war. Immerhin sind wir ja am Mittwoch mit acht Personen dort eingeflogen, was im Dorf einen ziemlich grossen Menschenauflauf verursachte. Das alte Haus waere viel zu klein fuer uns alle gewesen.


Viel zu sehen gibt es zu dieser Jahreszeit auf dem Lande aber nicht. Das Leben steht nicht still, aber im Prinzip warten alle darauf, dass es waermer wird und der Reis gepflanzt werden kann. Es kann aber noch ein paar Wochen dauern, bis es soweit ist. In den Gaerten und auf den Feldern gibt es nicht viel zu tun. Lediglich ein bischen Gemuese muss gepflegt und geerntet werden.

Umso intensiver kann man sich den Feierlichkeiten zum Neujahrsfest widmen, die auf dem Dorf meist nach strengeren Ritualen ablaufen als bei uns in der Stadt. Die alten Traditionen werden hier noch genauestens eingehalten. Einen grossen Teil unserer Zeit haben wir mit Essen verbracht, da jeder unbedingt den Besuch aus dem fernen Berlin zu sich nach Hause einladen wollte.
Auch am Strand von Đồng Châu, der nur 10 Kilometer vom Dorf entfernt liegt, sah es jahreszeitbedingt ziemlich trostlos aus. Wegen des ziemlich kalten Windes habe ich diesmal sogar auf ein Bad im Meer verzichtet, auch wenn mir das ziemlich schwer gefallen ist. Seit heute Nachmittag sind wir nun wieder zurueck in Hanoi. Fuer Lan faengt uebermorgen schon wieder die Schule an. Unser Besuch aus Berlin fliegt am Donnerstag nach Hause. Dann beginnt auch fuer mich wieder der Alltag.
Viele Gruesse
Cathrin

Cathrin’s Blog: Zwischen Traditionen und Moderne
Written by vikihess
Attractions, Travel
Jan 5, 2012

Solche Bilder bringt man wahrscheinlich nicht unbedingt mit Vietnam in Zusammenhang. Es gibt sie aber seit einigen Jahren ziemlich regelmaessig. Im Mẫu Sơn-Gebirge in der Provinz Lạng Sơn im Nordosten Vietnams fiel die Temperatur heute frueh auf 2 Grad unter Null. Durch den Frost, verbunden mit eiskaltem Wind und Nieselregen, bildete sich eine Eisschicht und verwandelte die Gegend in ein Winter-Wunderland. So etwas ist fuer viele Vietnamesen, die Schnee und Eis meist nur von Fotos und aus dem Fernsehen kennen, immer eine besondere Attraktion.

Das Gebirge hat eine durchschnittliche Hoehe von 800 bis 1.000 Meter ueber dem Meeresspiegel. Der hoechste Berg ist der Phia Po mit 1.541 Metern. Die Region liegt etwa 30 Kilometer oestlich der Provinzhauptstadt unmittelbar an der Grenze zu China. Dort leben ueberwiegend Angehoerige der Nationalen Minderheiten der Dao, Nùng und Tày.

Nicht nur im Bergland ist es zur Zeit sehr kalt, auch in Hanoi und im gesamten Delta des Roten Flusses. Als ich Lan heute frueh zur Schule gefahren habe, waren gerade einmal 8 Grad. Im Laufe des Tages hat sich das Thermometer bis auf 11 Grad hinaufgequaelt. Aber wenigstens hat der Nieselregen, der gestern fast den ganzen Tag anhielt, heute aufgehoert. Zum Wochenende hin soll es auch wieder etwas waermer werden.
Viele Gruesse
Cathrin

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Dec 2, 2011

Was ware Hanoi ohne die unzaehligen Garkuechen und Essenstaende, die an fast jeder Strassenecke auf hungrige Kunden warten, oder die kleinen und preiswerten Restaurants, in denen man bei der Zubereitung der Speisen zusehen kann. Oft sehen einfache Restaurants nicht gerade sehr einladend aus. Wesentlich ist jedoch nicht so sehr das Aeussere, sondern die Qualitaet des Essens. Und die ist in Strassenrestaurants oft besser als in manch namhaften Essentempel. Vor allem bei Strassenstaenden, die von Einheimischen stark frequentiert werden, hat man in der Regel die Gewissheit, frisch zubereitete Speisen zu bekommen. Sie bieten zwar nur wenige Gerichte an, aber die wurden ueber die Jahre hinweg stetig verfeinert. Oft ist nur Platz fuer wenige Kunden, die sich auf Hockern um einen Tisch draengen. Aber es spricht auch fuer Touristen nichts dagegen, eine kulinarische Entdeckungsreise zu unternehmen. Alles, was gekocht oder gebraten ist, kann man auch bedenkenlos essen.




Essen ist in Vietnam weit mehr als nur Nahrungsaufnahme. Wenn irgend moeglich, isst man nicht alleine, sondern in Gesellschaft von Freunden und Bekannten. Tagsueber tauscht man bei einer Nudelsuppe oder einem Teller Reis an einem Strassenstand den neuesten Klatsch und Tratsch aus. Abends trifft man sich oft mit Freunden und Familie zu einem mehrgaengigen Dinner, das stets auch als geselliges Beisammensein genossen wird. Dabei kommt es regelmaessig zu einem eher scherzhaft gemeinten Streit, wer denn zum Schluss die Rechnung bezahlt. Ein getrenntes Bezahlen, wie ich es oft in Deutschland erlebt habe, gibt es hier in der Regel nicht. Jeder erklaert, zumindest mit Worten, seine Bereitschaft, die Rechnung zu uebernehmen. Doch Zahlen wird am Ende fast immer derjenige mit der dicksten Brieftasche.
Viele Gruesse
Cathrin

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Nov 25, 2011

Das Restaurant Quán Ăn Ngon befindet sich in einem alten franzoesischen Kolonialgebaeude in der Phan Bội Châu-Strasse Nr. 18 im Stadtbezirk Hoàn Kiếm, gar nicht weit von unserem alten Zuhause entfernt. Man trifft dort immer ein sehr gemischtes Publikum an. Wegen seines interessanten Konzeptes und der leckeren Kueche ist es bei Einheimischen wie Touristen gleichermassen beliebt. Im Quán Ăn Ngon kann man naemlich eine kulinarische Reise durch das ganze Land unternehmen. Auf der unfangreichen Speisekarte stehen traditionelle Gerichte aus fast allen Regionen Vietnams.




Das Essen kann man entweder in den gepflegten Raeumen der Villa oder im Freien im Innenhof bei Lampionlicht geniessen. Rund um den Innenhof sind jede Menge kleine Staende aufgebaut, an denen das Essen wie in einer Strassenkueche zubereitet wird. Der Stil entspricht also etwa einer Garkueche mit riesiger Auswahl, wo man den Koechen zusehen kann. Alles wird frisch zubereitet. Die Preise sind natuerlich hoeher als an einer normalen Strassenkueche. Aber das Preis-Leistungsverhaeltnis finde ich durchaus in Ordnung fuer dieses Ambiente. Die Hauptgerichte kosten zwischen 100.000 und 300.000 VNĐ (3-10 Euro). Trotz der unwahrscheinlich grossen Auswahl schmeckt alles sehr lecker. Fuer mich gehoert das Quán Ăn Ngon zu den besten Restaurants in Hanoi. Geoeffnet ist taeglich von 7:30 Uhr bis 22 Uhr. Gegen Mittag und am Abend ist es oft sehr voll.
Viele Gruesse
Cathrin

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Nov 11, 2011

Gut 100 Kilometer suedlich von Hanoi, ganz im Sueden der Provinz Hòa Bình und nicht allzuweit von der beruehmten Parfuempagode (Chùa Hương) entfernt, befindet sich eine Sehenswuerdigkeit, die in keinem gedruckten Reisefuehrer erwaehnt wird. Der Komplex von Đầm Đa gehoert zu der Gemeinde Phú Lão im Distrikt Lạc Thủy und liegt inmitten einer wunderschoenen Karstlandschaft im Siedlungsgebiet der Nationalen Minderheit der Mường. Er besteht aus in die Berge gebauten Tempeln und Pagoden sowie etwa 20 Tropfsteinhoehlen. In einigen der Hoehlen fanden sich Relikte der mehr als 10.000 Jahre alten Hòa-Bình-Kultur, die in grossen Teilen Suedostasien verbreitet war.


Die Tempel und Pagoden stehen eng mit legendaeren Figuren der vietnamesischen Geschichte in Zusammenhang. Verehrt werden z.B. die Urmutter aller Vietnamesen Âu Cơ und der Urvater Lạc Long Quân. Besonders viele Pilger und Besucher sind im Trình-Tempel, im Mẫu-Tempel und in der Tiên-Pagode anzutreffen. Die chùa Tiên gehoert zum Nationalen Kulturerbe Vietnams.


Besonders beeindruckend aber ist der Besuch der verschiedenen Hoehlen. Der Eintritt kostet nur 10.000 VNĐ (30 Cent). Die meisten der Hoehlen sind nur nach einem recht muehsamen Aufstieg zu erreichen, so dass man sicher an einem Tag nicht alle sehen kann. Doch der Besuch der schoensten und groessten Hoehlen động Ông Hoàng Bảy, động Cô Chín, động Suối Vàng Suối Bạc, động Ông Hoàng Mười, động Cung Tiên, động Ông Hoàng Bơ und động Chùa Tiên lohnt die Strapazen allemal.


In jeder Hoehle wird man von neuem von der Formen der riesigen, jahrtausendealten Stalagmiten und Stalaktiten ueberrascht. Jede Hoehle ist ein Meisterwerk der Natur aber auch ein kleines Abenteuer. Mit ein wenig Fantasie kann man sich in eine ganz andere Welt versetzen. Taucht man dann wieder auf aus dem Reich der Fantasie und hat auch den Ausblick auf die Landschaft mit ihren Huegeln, Seen und kleinen Doerfern zur Genuege genossen, steht einem leckeren Essen bei den gastfreundlichen Mường in Phú Lão nichts mehr im Wege.
Viele Gruesse
Cathrin

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Nov 4, 2011

Seit einigen Jahren wird am Wochenende ein Teil der Altstadt von Hanoi abends zur Fussgaengerzone. Jeden Freitag, Sonnabend und Sonntag findet ab 18:30 Uhr zwischen Hàng Đào und Chợ Đồng Xuân ein Nachtmarkt statt. Das Warenangebot ist breit gefaechert, angefangen von Kleidung und Schuhen ueber Modeaccessoires und Haushaltsgegenstaende bis zu Souvenirs aller Art. Der Uebergang von hochwertiger Kunst bis hin zu ganz ueblem Kitsch ist dabei fliessend. Auf diesem Markt findet also jeder Reisende ein Mitbringsel fuer sich und bestimmt auch das passende Geschenk fuer die Lieben daheim. Handeln ist beim Kauf natuerlich Pflicht. Auch fuer das leibliche Wohl der Marktbesucher ist gesorgt.


Der Nachtmarkt ist die einzige Gelegenheit zu einem entspannten Altstadtbummel. Zu anderen Zeiten wird das Vergnuegen vom Strassenverkehr erheblich gestoert. Vielleicht sollten die Stadtoberen doch einmal ernsthaft darueber nachdenken, wenigstens einige Altstadtstrassen dauerhaft fuer Autos und Mopeds zu sperren, um das Viertel mit seinen vielen Geschaeften und kleinen Restaurants noch attraktiver zu machen.
Viele Gruesse
Cathrin




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Written by vikihess
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Nov 1, 2011

Yesterday I was with Lan almost the whole day on the way in the Hòa Bình province located in the west of Hanoi. At Kim Bôi district we looked for some eligible plots for my street children project. I almost decided one, but there is no hurry. For the negotiations on the purchase I definitely will consult an expert. Since there was beautiful weather the whole day, I spontaneous proposed Lan not to go home in the afternoon, but to spend a night in Mai Châu. Because she did not know the place, she was happy to do so.


The small market town of Mai Châu is located about 120 kilometers west of Hanoi at an altitude of 400 meters. From the pass road there is a spectacular view of the gorgeous valley, which contains the small villages of the National Minorities of the Thái, H’Mông and Dao. The landscape is certainly not quite as spectacular as the well known area around the tourist town of Sapa, but beautifully. So May Châu is especially for travelers with little time a worthwhile alternative to the overflow Sapa, because the arrival from Hanoi takes just three hours. Overnight we have not stayed in a hotel, but in the small village of Bản Lác in a traditional stilt house of the White Thái.

The houses stand on thick tree trunks. Approximately 2.50 m in height, the floor starts from bamboo. Thereon woven mats of rice straw to be laid. Through the cracks of the bamboo floor all remnants are swept down to where the chickens are already waiting. An ingeniously simple method of keeping the apartment clean. The house has a pointed roof, thick bamboo poles as roof battens, covered with reeds. For the construction nails are not used. Over a large area of the house there are hanged mosquito nets. One or two mats and blankets under each mosquito net. So you have quickly small guest rooms. Before going to bed a sumptuous dinner was served to us. The kitchen is fitted separately. There is a sandpit on the bamboo floor, benches running all around. Done is the hearth. Above the fireplace, the roof is open on two sides so that the flue and fresh air is guaranteed. In the kitchen there are storage boxes, dishes, large bowls. Pots and pans are dark black. They are never washed and daily disinfected by the fire. The only fuel is wood, there is still enough forest in the area.


We slept well. The base was very hard, but one can get used to it. A hard, cuboid pillow for the head, as big as a brick – very convenient and pleasant. We were disturbed at 4 o’clock by a huge crash. All cocks in the village were crowing about the bet! After a quarter of an hour there was silence again.

The day in the village begins early. Everyone has something to do after getting up. The mother makes breakfast. The older children hang the woven materials and scarves for sale on the ropes in front of the house. The first people were already on the fields around the village. The shop on the other side opened: biscuits, beer and souvenirs. A dog yawned and stretched. The mountains surrounding the valley were still enveloped in clouds, they were only dimly to guess more than to see. Then a light wind chased away the clouds pretty fast.


After breakfast we explored the valley for a while and admired the paradisiacal scenery, before we went on the drive back to Hanoi at lunchtime. As usual my Honda does not let us down and we arrived our home just in time to make us pretty for the concert of Lê Cát Trọng Lý at the French Cultural Center.
Best wishes
Cathrin

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Written by vikihess
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Oct 28, 2011

Haiphong ist mit knapp 700.000 Einwohnern die drittgroesste Stadt Vietnams. Sie liegt etwa 100 Kilometer suedostlich von Hanoi im Delta des Roten Flusses. Sie wird von 16 Fluessen und Nebenarmen durchflossen. Haiphong besitzt den zweitgroessten Seehafen des Landes, der als Ueberseehafen fuer ganz Nordvietnam von grosser Bedeutung ist. Mit Ausnahme einiger Ueberbleibsel aus der Kolonialzeit sowie einer Reihe von sakralen Bauten hat Haiphong keine grossartigen Sehenswuerdigkeiten zu bieten. Die wenigen Touristen, die in die Stadt kommen, tun dies meist nur auf der Durchreise zur Halong Bucht.


Der Name der Stadt leitet sich von Hải tần phòng thủ ab, was soviel wie “Verteidigung am Meer” bedeutet. Einer Legende nach soll hier die Generalin Lê Chân den antichinesischen Aufstand der Trưng-Schwestern (39-43) mit ihrer Armee unterstuetzt haben. Sie starb im Jahre 43 waehrend der Kaempfe in der Region Kim Bảng. Nach ihr ist heute ein Stadtbezirk in der Innenstadt von Haiphong benannt.


Bevor die Franzosen ab 1873 den Norden Vietnams zu besetzten begannen, gab es entlang des Cửa Nam-Flusses nur einige Fischerdoerfer, darunter das im 1. Jahrhundert von Lê Chân gegruendete An Biên. Als offizielles Gruendungsdatum der Stadt gilt das Jahr 1888. Dank des drei Jahre zuvor angelegten Hafens erlebte Haiphong einen rasanten Aufstieg. Nach Fertigstellung der Bahnlinie konnten ab 1901 Waren und Gueter leicht in die Hauptsatdt Hanoi transportiert werden. Die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt wirkte wie ein Magnet auf zahlreiche Menschen. Im Jahre 1940 betrug die Einwohnerzahl bereits mehr als 200.000.

In den darauffolgenden Jahrzehnten war Haiphong stets Schauplatz erbitterter Kaempfe. Am 23. November 1946 begann hier der Erste Indochina-Krieg, als die Franzosen einen unbedeutenden Vorfall zum Anlass nahmen, die Stadt von Kriegsschiffen aus unter Beschuss zu nehmen. Midestens 6.000 Menschen, fast ausnahmslos Zivilisten, fielen der Militaeraktion, die darauf abzielte den Việt Minh eine Lektion zu erteilen, zum Opfer. Waehrend des Krieges gegen die USA spielte Haiphong eine wichtige Rolle als Umschlagplatz fuer Kriegsmaterial, dass die DRV von ihren befreundeten Verbuendeten aus dem Ausland erhielt. Auf dem Hoehepunkt des Krieges belegte die US-Luftwaffe die Stadt massiv mit Bombardements, bei denen ganze Stadtviertel praktisch dem Erdboden gleichgemacht wurden.


Nach Ende des Krieges (1975) und der Wiedervereinigung des Landes (1976) wurde Haiphong als wichtiges Industriezentrum wieder aufgebaut. Die Hafenanlagen wurden mit Hilfe der Sowjetunion und der Volksrepublik China auf- und ausgebaut, die Fahrrinne vertieft. Das Verbot des Privathandels (1978) und der damit verbundene Exodus von Vietnamesen vorwiegend chinesischer Abstammung fuehrten auch in Haiphong zu erheblichen Einbruechen in der wirtschaftlichen Entwicklung. Erst mit der Liberalisierungspolitik Đổi mới (1986) erfuhr Haiphong neue Impulse seiner Wirtschaft. Heute ist Haiphong wieder eine sehr lebendige Stadt mit Maerkten, Geschaeften, Supermaerkten, Einkaufszentren und modernen Bauten. Mehrmals taeglich legen vom Faehrhafen Schiffe nach Cát Bà, Halong-Stadt und Móng Cái an der Grenze zu China ab. Zu erreichen ist Haiphong von Hanoi aus mit einer dreistuendigen Bus- oder einer 2 1/2 stuendigen recht abenteuerlichen Bahnfahrt in der Holzklasse.
Viele Gruesse
Cathrin

Cathrin’s Blog: Zwischen Traditionen und Moderne
Written by vikihess
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Oct 19, 2011

Gestern wir ich mit Lan fast den ganzen Tag in der westlich von Hanoi gelegenen Provinz Hòa Bình unterwegs. Wir haben uns im Distrikt Kim Bôi einige fuer mein Strassenkinder-Projekt in Frage kommende Grundstuecke angesehen. Ich habe mich schon fast fuer eines entschieden, aber es ist keine Eile geboten. Ich werde fuer die Verhandlungen ueber den Kauf auf jeden Fall einen Experten hinzuziehen. Da den ganzen Tag wunderschoenes Wetter herrschte, machte ich Lan spontan den Vorschlag, am Nachmittag nicht nach Hause zu fahren, sondern eine Nacht in Mai Châu zu verbringen. Da sie die Gegend noch nicht kannte, ging sie natuerlich gerne darauf ein.


Der kleine Marktflecken Mai Châu liegt etwa 120 Kilometer westlich von Hanoi in einer Hoehe von 400 Metern. Von der Passstrasse bietet sich ein grandioser Blick auf das traumhaft schoene Tal, in dem sich die kleinen Doerfer der Nationalen Minderheiten der Thái, H’Mông und Dao befinden. Die Landschaft ist sicher nicht ganz so spektakulaer wie die rund um den bekannten Touristenort Sapa, aber wunderschoen. So ist Mai Châu besonders fuer Reisende mit wenig Zeit eine lohnenswerte Alternative zu dem ueberlaufenen Sapa, denn die Anreise aus Hanoi dauert nur gut drei Stunden. Uebernachtet haben wir aber nicht in einem Hotel, sondern in dem kleinen Dorf Bản Lác in einem traditionellen Pfahlhaus der Weissen Thái.

Die Haeuser stehen auf dicken Baumstaemmen. In ca. 2,50 m Hoehe beginnt der Fussboden aus Bambus. Darauf werden geflochtene Matten aus Reisstroh gelegt. Durch die Ritzen des Bambusfussbodens werden alle Reste nach unten gekehrt, wo die Huehner schon darauf warten. Eine genial einfache Methode, um die Wohnung sauber zu halten. Das Haus hat ein Spitzdach, dicke Bambusstangen als Dachlatten, gedeckt mit Schilf. Fuer den Hausbau werden keine Naegel verwendet. Ueber einer grossen Flaeche des Hauses sind Moskitonetze aufgehaengt. Unter jedem Moskitonetz eine oder zwei Matten und Decken. So hat man im Handumdrehen viele kleine Gaestezimmer. Vor dem Schlafengehen wurde uns ein reichhaltiges Abendessen serviert. Die Kueche ist separat angebaut. Dort steht ein Sandkasten auf dem Bambusfussboden, rundherum laufen Baenke. Fertig ist die Feuerstelle. Ueber der Feuerstelle ist das Dach an zwei Seiten offen, damit ist der Rauchabzug und die Frischluftzufuhr gewaehrleistet. In der Kueche gibt es Vorratstoepfe, Geschirr, grosse Schuesseln. Pfannen und Toepfe sind kohlrabenschwarz. Sie werden nie abgewaschen und taeglich durch das Feuer desinfiziert. Der einzige Brennstoff ist Holz, es gibt noch genug Wald in der Umgebung.


Wir haben hervorragend geschlafen. Die Unterlage war sehr hart, aber daran kann man sich gewoehnen. Ein hartes, quaderfoermiges Kissen fuer den Kopf, so gross wie ein Ziegelstein – sehr praktisch und angenehm. Gestoert wurden von nur gegen 4 Uhr von einem riesigen Krach. Alle Haehne des Dorfes kraehten um die Wette! Nach einer Viertelstunde war dann wieder Ruhe.

Der Tag im Dorf beginnt frueh. Jeder hat nach dem Aufstehen etwas zu tun. Die Mutter macht Fruehstueck. Die aelteren Kinder haengen die gewebten Stoffe und Schals zum Verkauf auf die Leinen vor dem Haus. Die ersten Leute gingen schon auf die direkt um das Dorf herum liegenden Felder. Der Laden gegenueber machte auf: Kekse, Bier, Souvenirs. Ein Hund reckte sich und gaehnte. Die das Tal umgebenden Berge waren noch in Wolken gehuellt, nur schemenhaft waren sie mehr zu erahnen, als zu sehen. Ein leichter Wind vertieb aber die Wolken dann recht schnell.


Nach dem Fruehstueck erkundeten wir das Tal noch ein wenig und bestaunten die paradisische Landschaft, bevor wir uns gegen Mittag auf die Rueckfahrt nach Hanoi machten. Meine Honda liess uns wie gewohnt nicht im Stich und so trafen wir gerade rechtzeitig zu Hause ein, um uns fuer das Konzert von Lê Cát Trọng Lý im franzoesischen Kulturzentrum huebsch zu machen.
Viele Gruesse
Cathrin

Cathrin’s Blog: Zwischen Traditionen und Moderne
Written by cathrin_ka
Attractions, Culture, Travel
Sep 5, 2011

In Hanoi arise more and more modern shopping centers and supermarkets. But there are still some places where you can experience the old original Hanoi. The Chợ Hôm market at the intersection of Phố Tran Xuan Soan and Phố Hue in the district of Hai Ba Trung belongs to these rare places.
The origins of the market are not documented. Probably it was founded in the late 19th Century, when more and more small stalls settled there, which eventually developed into a wholesome market. The busy market experienced during its history many ups and downs. Originally it had opened only in the late afternoon. At that time sold were cheap goods for daily needs. Only in the early 20th Century, when more and more merchants settled, it went over to a full-day opening.
Today, the Chợ Hôm is a window into the old Hanoi. On the ground floor there are sold especially fresh fruits and vegetables, groceries and clothing. On the upper floor is the fuel market. Quality goods from around the country are offered there. Therefore, the prices are often a bit higher than elsewhere. Nevertheless, the market is very well attended. Many housewives do their daily shopping here. The selection of fresh fish, prawns and crabs is in Hanoi nowhere as big as at the Chợ Hôm. And the vegetables is mostly as fresh as if it had just harvested. Who has no time or desire to cook, can enjoy traditionally prepared dishes on one of the many food stalls such as fish soup and various duck dishes.
Best wishes
Cathrin
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