In den Tagen und Wochen unmittelbar nach dem Neujahrsfest finden in ganz Vietnam viele lokale Feste und Feierlichkeiten statt. Das Fest der Rennenden Schweine wird jedes Jahr am siebenten Tag des neuen Jahres in Dorf Duyên Yết im Distrikt Phú Xuyên der Hauptstadt Hanoi gefeiert. Es beruht auf einem Ereignis, das vor mehr als 2.000 Jahren stattgefunden haben soll.
Auf dem Weg in eine Schlacht zogen einst Truppen durch das Dorf. Um die Verteidiger der Heimat zu ehren, luden die Vorsteher des Dorfes die Soldaten zu einem Festmahl ein. Der kommandierende General war einverstanden, machte allerdings zur Bedingung, dass die Vorbereitungen sehr schnell gehen mussten. Denn er wollte so schnell als moeglich dem Feind entgegenziehen. So geschah es auch. Ohne Zeit zu verlieren, wurden sofort die Schweine fuer das Festmahl geschlachtet.
Diese Geschehnisse werden heute auf dem Fest nachgespielt. Drei bis fuenf Schweine werden geschlachtet. In Vorbereitung darauf fuettert man sie in den Wochen davor mit Klebreis und Haferschleim und badet sie in Wasser mit duftenden Blaettern. Am Tag des Festes werden die Schweine in einem Umzug rund um das Dorf bis vor das Gemeindehaus getragen. Verstummt dann die Trommel, hat das letzte Stuendlein der Tiere geschlagen. Sie werden schnell getoetet. Die inneren Organe werden herausgenommen, gereinigt und auf einem Tabelett zusammen mit dem Schweinekopf und -schwanz, Fleisch aus der Schulter und Schinken als Opfergabe praesentiert.
In diesem Jahr traten drei Teams von jeweils 21 Personen gegeneinander an. Ihre Aufgaben bestanden darin, das Schwein zu schlachten, zu zerlegen und den Ahnen neun verschiedene Gerichte als Opfer darzubieten. Diese Aufgaben mussten innerhalb weniger Minuten erledigt sein. Leider ist nicht ueberliefert, ob die Schlacht nach dem Festmahl vor 2.000 Jahren siegreich endete oder ob die Truppen nach dem ueppigen Mahl zu faul zum Kaempfen waren und geschlagen wurden. Ich hoffe mal auf das Erstere.
Viele Gruesse
Cathrin















